Ein Schauspieler schmeckt etwas, seine Figur etwas anderes

Sinneswahrnehmungen auf der Bühne

Es ist Freitagabend 20.15 Uhr, das Licht geht aus und der Spot an. Deine Figur „Hans“ betritt sein Wohnzimmer, läuft zum Kühlschrank und holt sich ein Bier heraus. Während Hans seinen Fernseher anschaltet, führt er die Flasche Bier zum Mund. Die kalte Flüssigkeit fließt über die Zunge von Hans oder ist es deine eigene Zunge von dir als Schauspieler? Mit dieser und anderen Fragen werden wir die Erkenntnisse aus dem Grundkurs vertiefen.

In diesem Workshop erweitern und verbessern wir die verbalen und nonverbalen Spielfähigkeiten. Wir greifen dabei auf ein Potpourri an Spiel- und Theaterstilen zu; Niederländisches Erzähltheater, das absurde Theater, aber auch Stanislavsky u.a. werden ins Scheinwerferlicht der Sinne gestellt. Dabei wirst du an die Grenzen deines Spiels gebracht, wodurch du deine eigenen schauspielerischen Stärken und Schwächen kennenlernst. Mit echten Gegenständen/Essen und Attrappen gehen wir auf die Spielfläche und probieren uns praktisch aus. Zentrale Fragen werden dabei sein: Wie geht man in der Rolle mit den Sinnen um? Wann ist ein Ausdruck deiner Sinneserfahrung authentisch? Wie können unsere Sinne ihre eigenen Geschichten erzählen? Wie groß oder klein kann ich eine Sinneswahrnehmung auf der Bühne zum Ausdruck bringen?