Alles für die Kunst? Art but Fair!

Vor 10 Jahren habe ich mich dazu entschieden hauptberuflich als Theaterpädagoge und Regisseur zu arbeiten. Ich habe es gewagt, mich in eine Selbstständigkeit zu begeben. Das war und ist an jedem einzelnen Tag noch ein einzigartiges Abenteuer, das allerdings mit viel Verantwortung verbunden ist; gerade jetzt, da ich eine Familie gegründet habe, wird mir dies noch mal deutlicher.

Es geht auch darum meinen Kindern und allen Menschen, die ich in der Arbeit begegne, eine Zukunft des Miteinanders zu bauen. Das ist grundsätzlich auch das,  worum es mir in meiner Theaterarbeit geht. Dieses Miteinander heißt auch das Schaffen von fairen Arbeitsbedingungen für mich und alle um mich herum. Ende 2016 habe ich mich deswegen der Bewegung "Art but Fair" angeschlossen. Das ist eine internationale Bewegung, die faire Arbeitsbedingungen sowie angemessene Gagen in den Darstellenden Künsten und der Musik zu erreichen sucht. 

Ich habe mich dazu verpflicht, in meinem beruflichen Leben die folgenden Prinzipien nach meiner Fähigkeit in die Tat umzusetzen:

  • Ich werde mich dafür einsetzen, dass in den Arbeitsverhältnissen alle gesetzlichen Grundlagen eingehalten werden. Ich achte dabei insbesondere die Menschenrechte, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sowie das geltende Arbeits- und Tarifrecht.
  • Ich werde nur in Arbeitsverhältnissen mit einer angemessenen Gage arbeiten, es sei denn, es liegen einzigartige künstlerische, freundschaftliche oder wohltätige Gründe vor.
  • Ich werde ohne vorherigen Abschluss eines schriftlichen Vertrages nicht an Proben oder Aufführungen teilnehmen.
  • Ich werde aktiv daran mitarbeiten, die Arbeitsbedingungen in der Darstellenden Kunst und der Musik zu verbessern, indem ich mich für eine Solidarisierung aller Kunstschaffenden einsetze.
  • Ich werde die Auseinandersetzung über die Werte und Haftungen, die das gemeinsame Arbeiten ausmachen, befördern und die Umsetzung dieser Werte-Kultur im Alltag aktiv gestalten.
  • Ich werde mich in meinem Arbeitsumfeld für einen respektvollen Umgang aller Mitarbeitender einsetzen und ein Klima gegenseitiger Wertschätzung und Achtung fördern. Dies schließt den Schutz von Minderheiten und die Wahrung von Chancengleichheit und Gleichbehandlung ein. Insbesondere werde ich entschlossen gegen sexuelle Übergriffe und gegen jede Form von Ausbeutung, Mobbing und Willkür vorgehen. Fürsorglichkeit, soziale Verantwortung, Transparenz und Loyalität sollen wesentliche Merkmale des angestrebten Miteinanders sein.
  • Ich werde mich aktiv gegen unlautere Vorteilsnahme und Vorteilsgabe bei der Stellen- und Auftragsvergabe einsetzen.

Obwohl ich viele dieser Prinzipien bereits in meinen Arbeitsalltag integriert habe, freue ich mich darauf noch intensiver an einer Zukunft zu arbeiten, in der das Theater auf einem Fundament des fairen Miteinanders beruht.