Darf ich vorstellen: Friederike Wingerter

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Ich möchte euch in verschiedenen Blogeinträgen meine AssistentInnen & PraktikantInnen vorstellen, die mich in dieser Spielzeit begleiten werden. Friederike ist ja ein vertrautes Gesicht, weil Sie mich letztes Jahr auch die ganze Spielzeit über bei meiner Arbeit begleitet hat.

Wir lernten uns bei einem Projekt an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe kennen. Als Teilnehmerin des Projektes trug sie einen faszinierenden Text vor, der mich beeindruckt hat. Im Anschluss an die Präsentation sprach ich sie darauf an, ob Sie sich vorstellen könnte einen Text für mich zu schreiben. Dies führte in der letzten Spielzeit dazu, dass Sie mich in vielen Projekten als Assistentin begleitete. Außerdem schrieb Sie das Stück "Für unsere Väter #ruhigblut“, womit wir in Stuttgart eine Uraufführung feierten. In dieser Spielzeit wird sie bei der Neuen Studiobühne in Baiersbronn und bei KidS in Rastatt zu sehen sein, außerdem macht sie redaktionelle Arbeit hinter den Kulissen.

Was interessiert dich am Theater?

Friederike: Das Theater bietet Ausflüchte aus dem richtigen Leben und verzögert zeitgleich Erlebnisse daraus. Es kann dich vollkommen verschlucken, wenn du in Endprobenwochen nur noch einen schwarzen Raum von innen siehst und in einer komplett verzerrten Zeit-Raum-Beziehungs-Wahrnehmung lebst.
Es bietet Möglichkeiten zur Zusammenarbeit von verschiedensten Menschen, es beweist dass das Mitfühlen noch eine Rolle spielt, es bringt Struktur in unser Denken und lässt uns auf Gründe in unserem Verhalten stoßen, die wir vorher nie erahnt hätten.
Es kann alles präsentieren, was mir in dieser Gesellschaft oft zu fehlen scheint.

Was war dein beeindruckenstes Erlebnis?

Friederike: Ich habe bei der Produktion „Für unsere Väter #ruhigblut“ in Stuttgart mitgewirkt. Zusammen mit Rob und der Gruppe haben wir den Stücktext konzipiert und ich habe dann alles auf Papier gebracht. Für mich war das beeindruckendste Erlebnis wohl, wie ich bei der Premiere hinten im Licht-und Tonkämmerchen saß, von dort aus auf einem kleinen Display erspähte, wie das Publikum und die Schauspielerinnen und Schauspieler eine Verbindung eingingen. Eine Verbindung mithilfe von meinen Texten. Es hat mich im Innersten beruhigt, das zu sehen. Ich habe mich verstanden gefühlt - es wurde mitgefühlt.

Warum ein Asisstenz bei Rob?

Friederike: Rob symbolisiert für mich die Arbeit am Theater. Zum einen ist sie einfühlsam und weiß was du brauchst- sie nimmt Rücksicht und fühlt mit. Zum Anderen stecken klare Konzepte, Vorstellungen, viel Arbeit, Vereinbarungen und manchmal sogar Kompromisslosigkeit dahinter, die mir auch nötig erscheinen. Rob erkennt deine Stärken und arbeitet mit diesen. Wenn du es willst, macht er dich mit ihnen zum Teil eines Projektes. Eigentlich kann man nur dazu lernen, je mehr du mitnehmen willst, desto mehr nimmst du aus einem Praktikum bei Rob auch mit.