Ist es schwer einen festen Job als Theaterpädagoge zu bekommen?

Das ist eine Frage, die mir immer wieder im Arbeitsalltag begegnet und nun auch über meine Instagram-Umfrage gestellt wurde. In diesem Artikel werde ich jetzt ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und versuchen, einen kleinen Überblick über die Joblage als Theaterpädagog*in zu geben. Wenn ihr weitere Fragen, Ergänzungen, oder Kommentare zu diesem Artikel habt, freue ich mich natürlich darüber!

Durch eine theaterpädagogische Ausbildung, oder einem entsprechenden Studium eröffnen sich grundsätzlich zwei Wege, die du beschreiten kannst:

Freiberufliche Tätigkeit

Dein erster Weg als selbstständiger Theaterpädagoge, wird dich zur Anmeldung deiner Selbstständigkeit beim Finanzamt führen. Da „Theaterpädagog*in“ kein geschützter Beruf ist, kann sich jede*r Bundesbürger*in als Theaterpädagoge anmelden. Wie du deine Arbeit als Theaterpädagog*in dann ausgestaltest und welche inhaltlichen Schwerpunkte du setzt, bleibt dir überlassen.

Natürlich gibt es viele Faktoren, die beeinflussen, ob und wie gut du dich als Freiberufler etablierst und hälst, wie zum Beispiel deine unternehmerischen Fähig- und Fertigkeiten. Um an freiberufliche Jobs zu kommen, musst du deine Augen, Ohren und Netzwerkfühler immer gut ausgestreckt haben. Außerdem hilft es einen klaren und zielführenden Internetauftritt zu betreiben. Eine angemessene Entlohnung deiner Arbeit ist für dich ganz elementar. Dahingehend hilft ein Blick über den Tellerrand in Richtung Konkurrenz: Anhand der Preise verschiedener Anbieter, kannst du eine für dich angemessene Preisstruktur ableiten.

Meine persönliche Erfahrung: die Selbstständigkeit ist in der Aufbauphase anstrengend, lohnt sich auf aber Dauer auf verschiedensten Ebenen. Ich bin selbst Freiberufler und liebe die Freiheiten, die ich dadurch habe. Ich kann zum Beispiel selber entscheiden wie viel und wann ich arbeite. Aber ja, das erfordert auch eine gewisse Selbstdisziplin.

Mehr Tipps für die Selbständigkeit bekommst du später in diesem Jahr, in dem Artikel „Die Freiberuflichkeit: furcht- oder fruchtbar?“

Festanstellung

Die Festanstellung ist der zweite Weg, den du gehen kannst. Auch hier gibt es unterschiedliche Schwerpunkte, die du aufgreifen kannst. Viele Theaterpädagog*innen mit Festanstellung sind an Theatern tätig. Eine Stelle an einem Theater zu finden, ist mit der passenden Ausbildung, nicht allzu schwer. Nach einer Festanstellung kannst du auf theapolis.de, oder anderen gängigen Jobportalen suchen.

Die Arbeit am Theater hat den Vorteil einer klaren Struktur, in der man sich bewegt. Andererseits ist die Bezahlung, vor allem in den ersten Jahren, nicht gerade glänzend. Meistens arbeitest du dann Spielplanbezogen, was heißt, dass deine Arbeit sich nach den Stücken richtet, die am Theater gespielt werden. Dazu kommen noch Spielclubs, die du anleitest. Du hast also eine klare Vermittlungsfunktion, sollst das Theater zugänglich machen.

Es gibt auch immer mehr andere Institutionen, die Theaterpädagog*innen fest anstellen, wie zum Beispiel Hochschulen, Fortbildungs-Institute, kommunale Kulturreferate und viele mehr. Viele deiner zukünftigen Arbeitgeber*innen sehen es gerne, wenn du vorher eine kleine Selbständigkeit hattest und dir somit ein gewisses Profil aufgebaut hast. Die Jobausschreibungen sind in diesen Feldern öfter mal kulturverwandt, es handelt sich nicht ausschließlich um theaterpädagogische Tätigkeitsfelder.
Welchen Weg du wählst, musst du für dich und je nach Lebenslage entscheiden. Bist du jemand, der klare Strukturen braucht, dann bist du in einer Festanstellung gut aufgehoben. Selbständigkeit ist eher was für dich, wenn du Freiheit liebst und deinen Alltag trotzdem einigermaßen strukturieren kannst.

Es gibt auch Theaterpädagog*innen die in beiden Bereichen für 50% arbeiten. Wobei hier zu beachten ist, dass Arbeitgeber*innen die Arbeitszeiten nicht so genau nehmen.

Es gibt in beiden Bereiche eigentlich mehr als genug Jobs zu finden. Wie schnell du einen Job bekommst, hängt von deiner Präsenz und Profilierung ab. Aber das ist ja eigentlich wie bei jedem anderen Job auch. Wenn du in irgendeinen Form Hilfe benötigst, weisst du wo du mich finden kannst. ;-)