08-09

Künste in der Schule

Eine Gemeinschaftsaktion der Förderverein Karlschule Rastatt

Die KIDS-Künstler schaffen in ihren drei Disziplinen Trommeln, Theaterspielen und Bildende Kunst eine offene und kommunikative Atmosphäre, die Schüler, LehrerInnen und Eltern positiv beeinflusst. Das KIDS-Programm läuft über drei Jahre, um eine hohe Nachhaltigkeit zu garantieren. Dabei schlüpfen die beteiligten KlassenlehrerInnen selbst in die Rolle von Lernenden und Helfern. Das schafft Nähe und eine neue Beziehung zu ihren SchülerInnen. Die Kinder können sich losgelöst von Notengebung und Schulstress auf den Prozess des kreativen Schaffens einlassen. Das eigene lustvolle und spannende Erleben sorgt hier für Motivation und Begeisterung der Kinder. 

KIDS fördert alle Kinder. Besonders fördert es die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Über Sprachbarrieren hinweg erfahren sie Anerkennung und Bestätigung. KIDS schafft Möglichkeiten, die Persönlichkeit eines jeden Kindes durch Kreativität und künstlerische Ausdrucksfähigkeit zu entfalten. Die Künste wirken im Sozialen durch Gestaltung und Ausdruck, Identitätsbildung und Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Handlungsfähigkeit. In diesem Verständnis sind Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion wichtige Aspekte unserer Arbeit.

Theater Rob Doornbos / Bildende Kunst Anne-Bärbel Ottenschläger / Perkussion Notker Dreher / Projektleitung Sylvia Weimer-Hartmann

Nach 10 Jahre Theaterunterricht an der Karlschule in Rastatt, habe ich schweren Herzens beschlossen den Stab weiter zu reichen. Ich bedanke mich für alle wundervolle Momente, die ich an dieser Schule erleben durfte.

Bei KidS kann jedes Kind, auch ganz ohne zu sprechen, zeigen, was in ihm steckt. Hier sind oft Schüler, welche im regulären Unterricht kaum etwas verstehen, konzentriert und motiviert bei der Arbeit. Als Lehrerin erkenne ich den ein oder anderen Schüler kaum wieder. Ist das wirklich das Mädchen, das im Unterricht nur an seinem Stift kaut und kaum ein Wort rausbekommt, welches da vor der Klasse steht und die strenge Mutter spielt?
— Frau Hornung, Lehrerin
Aus ruhigen und zurückhaltenden Kindern, die sich anfangs sogar weigerten, sich vor ihren Klassenkameraden zu artikulieren, wurden kleine Schauspieler, die über sich hinauswuchsen, Selbstvertrauen gewannen und es genossen, im Mittelpunkt zu stehen.
— Frau Falk, Lehrerin
KidS ist für mich besonders, weil es mich glücklich macht.
— Schülerin Aylin

Am Ende der Angst

Mobiles Theater- und Medienprojekt zum Thema 'Sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen' ab 13 Jahren

„Am Ende der Angst“ ist ein mobiles Theaterprojekt, welches sich dem Themenkomplex der sexuellen Gewalt unter Jugendlichen zuwendet. Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 13 – 17 Jahren, sowie LehrerInnen und PädagogInnen, die mit dieser Altersgruppe arbeiten. In Anspruch genommen werden kann das Projekt von Schulen und Trägern der freien Jugendhilfe und Jugendbildung.

Neuartig ist an dem Konzept das Zusammenwirken von Theater, Theaterpädagogik, Medienpädagogik, Beratung und Schule (Schwerpunkt Haupt-, Real-, und Förderschule). Es setzt sich aus folgenden Bausteinen zusammen:

> Theaterstück und Medieninstallation, untergebracht in einem umgebauten Linienbus, der die Schulen besucht.
> Theaterpädagogischer Workshop im Anschluss an die Vorstellung
> Psychologische Beratungsgespräche von externen Beratungsstellen vor Ort in geschlechtshomogenen Kleingruppen

Zum Stück:

Seit längerem dominiert das Thema die Medien: Gangster-Rap, Gewaltpornographie, und Date-Raping (Übergriffe im Freundeskreis) werden als Ausdruck einer sexualisierten und gewaltbereiten Jugend gewertet.

In Arbeit ist derzeit eine Neubearbeitung, die einen aktuellen Überblick über die Problematik schaffen und Jugendliche sensibilisieren soll. Ab wann beginnt in einer Jugendkultur des Jahres 2016, in der eine sich verstärkende Sexualisierung zu beobachten ist und Gewaltdarstellungen in den allgegenwärtigen Medien Normalität geworden sind, sexuelle Gewalt? Welche Rolle spielt die High-Speed-Informationsgesellschaft und die Verlagerung zwischenmenschlicher Kommunikation auf die Social-Media-Plattformen? Welche weiteren sozialen Faktoren lassen sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen entstehen, welche Präventionsmaßnahmen können getroffen werden, wie kann der Verbreitung sogenannter Vergewaltigungsmythen entgegengewirkt werden? Wie kann schließlich Empathie für die Opfer sexualisierter Gewalt erzeugt und diese aufgefangen und betreut werden? Das sind die Kernthemen, die in der Neufassung auf einen aktuellen, realitätsnahen Stand gebracht werden sollen.

Regie Jürgen Sihler / Text Christopher Maas / Theaterpädagogik Rob Doornbos, Karoline Saal / Schauspiel Ibadete Kadrijaj, Georgios Tzitzikos /Gefördert von KOMPASS – Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt, Stiftung Hänsel + Gretel, Stadt Karlsruhe, Volksbank Ettlingen e.G. und Volksbank Karlsruhe, “Vielfalt tut gut” Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Jugendstiftung Baden Württemberg, Simon Hegele, City Light Contact, Wir sind Freunde e.V.

Grenzstadt Berlin - Nord/Süd

Heute liegt Berlin mitten in Deutschland, trotzdem verlaufen viele verschiedene Grenzen durch die Stadt hindurch. Kulturelle Milieus und Gruppenzugehörigkeit, offizielle Papiere und Stempel bestimmen den Grenzverlauf. Ist die Grenze die Passkontrolle in Tegel beim Urlaubsflug in den Süden? Ist es die Residenzpflicht für Asylbewerber? Ist es der Türsteher vor dem exklusiven Club oder ist es das fehlende Geld im Portmonee?
In der Theaterwerkstatt werden diese Fragen ausgelotet und künstlerisch umgesetzt.

Leitung Reihaneh Youzbashi Dizaji und Rob Doornbos / Im Auftrag von GRIPS Werke e.V. und GRIPS Theater in Kooperation mit Jugendliche ohne Grenzen (J.O.G.) und dem Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge/MigrantInnen (BBZ), gefördert vom Berliner Projektfonds kulturelle Bildung

Egohelden

Jugendstück zum Thema Homosexualität

Hauptperson des Stückes ist der 17-jährige Lukas, der eines Tages feststellt, dass er schwul ist. „Egohelden“ befasst sich mit den daraus resultierenden Problemen für ihn, nämlich sich selbst und schließlich seiner Umgebung seine Homosexualität einzugestehen. Die Idee für das Stück ist u.a. durch Gespräche mit Schülern entstanden. Auffällig dabei war die große Unwissenheit der Jugendlichen. Dabei ist das Wort „schwul“ mittlerweile zu einem völlig gängigen Schimpfwort geworden. Der Ernst der Worte oder die eigentliche Bedeutung ist vielen Jugendlichen jedoch nicht klar. Eine reale Begegnung mit dem Thema oder persönlichen Neigungen hat kaum stattgefunden.
Das Theaterstück wird von professionellen Schauspielern umgesetzt und in den Jugendhäusern der Stadt gespielt. Im Anschluss an das Stück findet eine Diskussion zum Thema mit den Schülern statt. Hier können Fragen beantwortet und Meinungen offen ausgetauscht werden.

Regie Rob Doornbos / Schauspiel Ibadete Kadrijaj, Gregor Weisgerber, Giovanni Romano / Bühne & Grafik Jesko Stoetzer / Organisation Jürgen Sihler

Interessant auch, dass die zuschauenden Schüler miteinbezogen werden, sich die Schauspieler bei ihnen Rat holen oder um ein Getränk bitten. So sitzen die Schüler auch wie in einem Stuhlkreis um die Spielfläche herum und nicht wie in einem „normalen“ Theater. Ab und zu setzen sich die Schauspieler auf leere Stühle zwischen den Zuschauern und spielen von dort. Das Stück wirkt dadurch frisch und modern.
— ka-news.de
Egohelden von Rob Doornbos überzeugte durch die klare dramaturgische Struktur und professionelle Darstellung.
— Stadt Karlsruhe