13-14

Künste in der Schule

Eine Gemeinschaftsaktion der Förderverein Karlschule Rastatt

Die KIDS-Künstler schaffen in ihren drei Disziplinen Trommeln, Theaterspielen und Bildende Kunst eine offene und kommunikative Atmosphäre, die Schüler, LehrerInnen und Eltern positiv beeinflusst. Das KIDS-Programm läuft über drei Jahre, um eine hohe Nachhaltigkeit zu garantieren. Dabei schlüpfen die beteiligten KlassenlehrerInnen selbst in die Rolle von Lernenden und Helfern. Das schafft Nähe und eine neue Beziehung zu ihren SchülerInnen. Die Kinder können sich losgelöst von Notengebung und Schulstress auf den Prozess des kreativen Schaffens einlassen. Das eigene lustvolle und spannende Erleben sorgt hier für Motivation und Begeisterung der Kinder. 

KIDS fördert alle Kinder. Besonders fördert es die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Über Sprachbarrieren hinweg erfahren sie Anerkennung und Bestätigung. KIDS schafft Möglichkeiten, die Persönlichkeit eines jeden Kindes durch Kreativität und künstlerische Ausdrucksfähigkeit zu entfalten. Die Künste wirken im Sozialen durch Gestaltung und Ausdruck, Identitätsbildung und Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Handlungsfähigkeit. In diesem Verständnis sind Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion wichtige Aspekte unserer Arbeit.

Theater Rob Doornbos / Bildende Kunst Anne-Bärbel Ottenschläger / Perkussion Notker Dreher / Projektleitung Sylvia Weimer-Hartmann

Nach 10 Jahre Theaterunterricht an der Karlschule in Rastatt, habe ich schweren Herzens beschlossen den Stab weiter zu reichen. Ich bedanke mich für alle wundervolle Momente, die ich an dieser Schule erleben durfte.

Bei KidS kann jedes Kind, auch ganz ohne zu sprechen, zeigen, was in ihm steckt. Hier sind oft Schüler, welche im regulären Unterricht kaum etwas verstehen, konzentriert und motiviert bei der Arbeit. Als Lehrerin erkenne ich den ein oder anderen Schüler kaum wieder. Ist das wirklich das Mädchen, das im Unterricht nur an seinem Stift kaut und kaum ein Wort rausbekommt, welches da vor der Klasse steht und die strenge Mutter spielt?
— Frau Hornung, Lehrerin
Aus ruhigen und zurückhaltenden Kindern, die sich anfangs sogar weigerten, sich vor ihren Klassenkameraden zu artikulieren, wurden kleine Schauspieler, die über sich hinauswuchsen, Selbstvertrauen gewannen und es genossen, im Mittelpunkt zu stehen.
— Frau Falk, Lehrerin
KidS ist für mich besonders, weil es mich glücklich macht.
— Schülerin Aylin

Schicksal auf offener Straße

Ein Theaterstück zwischen Freiheit und Gefangenschaft

Eine Straße irgendwo auf dieser Welt: Pendler sind auf dem Weg zur Arbeit, Schüler auf dem Weg zur Schule. Es ist ein gewöhnlicher Morgen im Juli, zwei fremde Menschen mit zwei unterschiedlichen Zielen. Doch die beiden verbindet das Schicksal, das ihnen der Tag eine unerwartete Wendung beschert. Dieses Theaterstück zeigt, dass Freiheit und Gefangenschaft nah beieinander liegen.

Im Schuljahr 2013/2014 entwickelten drei 7. Klassen aus der Theodor-Heuss-Werkrealschule, der Realschule Baden-Baden und der Werkrealschule Lichtental, eine Theatervorstellung zu den Orten „Hotel“ und „Knast“. Die 60 Schüler präsentierten sich in einer gemeinsamen Aufführung auf der großen Bühne des Theaters Baden-Baden.

Das Projekt "Schicksal auf offener Straße" ist Teil einer dreijährigen Zusammenarbeit zwischen dem Programm "Kulturagenten für kreative Schulen“ und mir in Baden-Baden. Die Klassen bekamen ein ganzes Schuljahr jede Woche Theaterunterricht. Schauspieltechnik und praktische Dramaturgie waren dabei zentrale Gegenstände des Unterrichts. An verschiedenen Intensivtagen und am Ende einer Intensivwoche wurden die Inhalte für das Theaterstück entwickelt.

Regie Rob Doornbos / Bühne & Grafik Sebastian Ganz / Projektleitung Ralf Eger / Regie-Assistenz Maren Stüfing / Unterstützende Lehrer Frau Köppler, Frau Schurig, Frau Lazik, Frau Böcherer, Herr Roos, Herr Kretz.

Die Schülerinnen und Schüler lernten eine Welt kennen, die ihnen bisher verschlossen war. Sie tauchten in eine Materie ein, die in ihrer Vielfalt kaum zu überbieten ist; sei es durch das Kennenlernen unterschiedlicher Berufe am Theater oder den Kosmos der Kulturschaffenden. Sie lernten sich selbst kennen, ihre Stärken und Schwächen, ihre Ängste und deren Überwindung. Sie traten eloquent und sicher auf.
— Badisches Tagblatt
Danke Rob, für das tolle Jahr umd den tollen Abend! Du kannst sehr stolz sein, was DU auf die Beine gestellt hast. Aus nichtsahnenden Schülern, wurden Schauspieler. Danke, dass du das alles auf der große Bühne ermöglichen konntest. Du bist der beste Regisseur.
— Schülerin der Realschule

Theaterkinder

Initiative für flächendeckende Theaterpädagogik an Kindergärten

Mit „Theaterkinder“ wurden neue Wege im frühkindlichen Bildungsangebot der Kindergärten beschritten. Das Projekt lief sechs Wochen an je zwei Kindergärten. Die Arbeitsergebnisse wurden in öffentlichen Präsentationen vorgestellt. Insgesamt habe ich mich an drei Durchläuft beteiligt.

Der gesamte Ablauf dieses Projektes ist von der Mitbestimmung von Kindern geprägt. Die Kindergartenkinder sollten keine vorgegebenen, perfekt eingeübten Theaterstücke auf die Bühne bringen. Entgegen dieser traditionellen Vorgehensweise enstanden die Szenen durch Improvisation, Spontanität, Selbstverantwortung, Entdeckerfreude und Kreativität. Es wurde ein theatrales Gerüst erstellt, das bei den Proben und Vorstellungen von den Kindern aktiv durch ihre Interessen, Neigungen und schöpferischen Impulse mitgestaltet wurde.

Theaterpädagogik Rob Doornbos / Schauspiel Galina Freund, Susanne Henneberger / Projektleitung Sarah Habitzreither, Sabine Uhle /  Organisation Jürgen Sihler

Ich habe heute Schwimmbad gespielt, ich war Hund. Ich wollte Lars fressen und dann wollte ich alle fangen. Alle sind vor mir weggerannt. Ich bin auch geflogen, wie ein Vogel.
— Theaterkind Josua
Ein außergewöhnliches Angebot, das das Spielen der Kinder in spontanen Szenen unter Impulsgebung der Theaterpädagogen erweitern soll.
— BNN Karlsruhe

Schulfach: Theater

Theater als fester Bestandteil der Grundschule

Mit "Schulfach: Theater" trägt Werkraum Karlsruhe dazu bei, kreative Partnerschaften zwischen Schulen und Kultureinrichtungen zu etablieren. Gemeinsam mit der Schulleiterin Frau Huber besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit der Viktor-von-Scheffel Schule in Knielangen. Hier führten wir Theaterarbeit als integralen Bestandteil im Pflichtunterricht dieser Grundschule ein.

Ab 2010 wurden nach und nach alle Klassen der Schule an das Theaterspiel herangeführt. Jedes Jahr kam eine neue Klassenstufe dazu. Zusätzlich fand an der Schule eine AG am Dienstagnachmittag und Fortbildungen für Lehrer der Schule und Lehrern aus dem Raum Karlsruhe statt. 2012 und 2014 gab es in der Knielinger Reinhold-Crocoll-Halle wunderbare Abschlusspräsentationen der erarbeiteten Stücke. 

Theaterpädagogik Rob Doornbos, Susanne Henneberger, Karoline Saal, Kathrin Busch & Lene Lennermann / Organisation Anette Huber, Jürgen Sihler, Monika Klein / Schulisches Team Frau Boege, Frau von Herder, Frau Mußgnug, Frau Welte, Herr Becker und viele mehr.

Das außergewöhnliche Projekt bereichert alle Teilnehmer auf vielfältige Art und Weise. Der ganzheitliche Ansatz des Theaterspiels fördert die soziale und kognitive Entwicklung der Kinder. Das Projekt soll als Vorbild-Modell für andere Schulen dienen.
— Kulturpreis 2012, TechnologieRegion Karlsruhe
Theater macht unser Kinder gesund!
— Vater von Kind
Schulfach: Theater ist zu einem unverzichtbaren Teil unserer unterrichtlichen Arbeit an der Schule geworden!
— Frau Huber, Schulleiterin

Ursonate

Was passiert wenn man Kinder mal die "Ursonate" von Kurt Schwitters in den Händen gibt, die Antwort war in diesem Fall: sie spielen verrückt! Über ein halbes Schuljahr arbeitete die Klasse 3C gemeinsam mit  Theaterdozent Rob Doornbos im Rahmen des KIDS-Projekts an diesem experimentellen Film. Die Schüler beschäftigten sich dabei mit Sprache, Aussprache und Kreativität. Mit Leidenschaft und Spaß entwickelten die Kinder letzendes ihre eigene Interpretation von die Ursonate. 

Regie Rob Doornbos / Pädagogische Begleitung Lisa Schäfer

Kniedektive

Große Aufregung herrscht in der Schule. Nach der Schultheateraufführung zum 100-jährigen Schuljubiläum haben Diebe die Rollen von den fahrbaren Kulissen geklaut. Die Schulleiterin ist außer sich, der Hausmeister entsetzt, die Lehrer empört und die Knielinger Bürger bangen um die Sicherheit in ihrem Stadtteil. Aber schon sind die KNIEDEKTIVE zur Stelle und verfolgen die Spuren der Diebe. Die Jagd nach den Tätern geht kreuz und quer durch Knielingen.

Regie Rob Doornbos Susanne Henneberger / Akteure Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen / Text, Kostüme, Ausstattung Christiane Boege Mira von Herder Karin Mußgnug Birgit Welte / Kulisse Johann Preindl / Technik Sebastian Wirth / Im Auftrag von Werkraum Karlsruhe & Viktor-von-Scheffel-Schule Karlsruhe