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Schulprofil Theater

Theater als fester Bestandteil des schulischen Alltags 

An der Schwarzwald Grund- und Werkrealschule in Rheinstetten ist Theater ein fester Bestandteil des schulischen Alltags. Auf dem Stundenplan der Kinder der 1. und 7. Klassenstufe steht einmal die Woche Theater.

In der ersten Klasse liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung von sozialen Kompetenzen. Welche Verantwortung trage ich als Mitglied einer Gruppe? Wo sind meine Grenzen und die der anderen? Und welche Auswirkung hat mein Verhalten auf andere? Mehrmals im Jahr wird die Klasse kleine Auftritte für Mitschüler, Eltern und eine kleine Öffentlichkeit haben. Im Schuljahr 2017/18 erstellen die Schüler ein kleines Comic-Heft und eine Art live Schwarzweiß-Film mit musikalischer Begleitung.

In der siebten Klasse wird eine ganzjährige Produktionsarbeit durchgeführt, die nach Möglichkeit auf den lokalen Schultheatertagen aufgeführt werden wird. Die Schüler erlernen Theaterhandwerk und tauchen in einen kreativen Prozess ein, bei dem Stärken und Schwächen ans Licht kommen. Das Theaterprojekt schließt an eine fächerübergreifende Kompetenzanalyse der Schüler der 7. Klasse an.

Theaterpädagogik Rob Doornbos

Fachtag - Theater mit Kindern und Jugendlichen

"Wann fangen wir mit dem richtigen Theater an"

Der Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg veranstaltet eine Fachtagung, um neue Impulse für nachhaltige, kulturelle Bildung zu geben und den Austausch zu fördern. Die Fachtagung richtet sich an ErzieherInnen, PädagogInnen und LehrerInnen, sowie JugendleiterInnen.
Impulsreferate, Präsentationen von Schülergruppen, eine „Manege der Praxis“ mit Möglichkeiten zur Reflexion, Workshops und jede Menge Raum zum Gespräch, sowie Informationen rund um die Themenfelder bieten die Möglichkeit, sich wertvolle Impulse für die eigene Praxis zu holen.
Gemeinsam mit namhaften ReferentInnen, wie Gabi dan Droste und Holly Holleber, gehen wir unter anderem folgen- den Fragen nach:
• Was ist der Unterschied zwischen einem Spiel und einem Schauspiel auf der Theaterbühne?
• Wie kann man von und durch Spiele zu einer Theaterproduktion kommen?
• Prozess oder Ergebnis? Worum geht es uns eigentlich? Sollen sich Kinder entwickeln oder zählt das Ergebnis auf der Bühne? Wann wird aus Spiel und Pädagogik Kunst?

Leitung Rob Doornbos, Alexandra Laurenat / ReferentInnen Gabi dann Droste, Galina Freund, Holly Holleber / Im Auftrag von Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg / Kooperation mit Werner-von-Siemens-Schule, Otto-Hahn-Gymnasium, Karlschule Rastatt.

Künste in der Schule

Eine Gemeinschaftsaktion der Förderverein Karlschule Rastatt

Die KIDS-Künstler schaffen in ihren drei Disziplinen Trommeln, Theaterspielen und Bildende Kunst eine offene und kommunikative Atmosphäre, die Schüler, LehrerInnen und Eltern positiv beeinflusst. Das KIDS-Programm läuft über drei Jahre, um eine hohe Nachhaltigkeit zu garantieren. Dabei schlüpfen die beteiligten KlassenlehrerInnen selbst in die Rolle von Lernenden und Helfern. Das schafft Nähe und eine neue Beziehung zu ihren SchülerInnen. Die Kinder können sich losgelöst von Notengebung und Schulstress auf den Prozess des kreativen Schaffens einlassen. Das eigene lustvolle und spannende Erleben sorgt hier für Motivation und Begeisterung der Kinder. 

KIDS fördert alle Kinder. Besonders fördert es die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Über Sprachbarrieren hinweg erfahren sie Anerkennung und Bestätigung. KIDS schafft Möglichkeiten, die Persönlichkeit eines jeden Kindes durch Kreativität und künstlerische Ausdrucksfähigkeit zu entfalten. Die Künste wirken im Sozialen durch Gestaltung und Ausdruck, Identitätsbildung und Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Handlungsfähigkeit. In diesem Verständnis sind Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion wichtige Aspekte unserer Arbeit.

Theater Rob Doornbos / Bildende Kunst Anne-Bärbel Ottenschläger / Perkussion Notker Dreher / Projektleitung Sylvia Weimer-Hartmann

Nach 10 Jahre Theaterunterricht an der Karlschule in Rastatt, habe ich schweren Herzens beschlossen den Stab weiter zu reichen. Ich bedanke mich für alle wundervolle Momente, die ich an dieser Schule erleben durfte.

Bei KidS kann jedes Kind, auch ganz ohne zu sprechen, zeigen, was in ihm steckt. Hier sind oft Schüler, welche im regulären Unterricht kaum etwas verstehen, konzentriert und motiviert bei der Arbeit. Als Lehrerin erkenne ich den ein oder anderen Schüler kaum wieder. Ist das wirklich das Mädchen, das im Unterricht nur an seinem Stift kaut und kaum ein Wort rausbekommt, welches da vor der Klasse steht und die strenge Mutter spielt?
— Frau Hornung, Lehrerin
Aus ruhigen und zurückhaltenden Kindern, die sich anfangs sogar weigerten, sich vor ihren Klassenkameraden zu artikulieren, wurden kleine Schauspieler, die über sich hinauswuchsen, Selbstvertrauen gewannen und es genossen, im Mittelpunkt zu stehen.
— Frau Falk, Lehrerin
KidS ist für mich besonders, weil es mich glücklich macht.
— Schülerin Aylin

Antonia - Vergessen und vergessen werden

Antonias Bruder hat sich das Leben genommen und die Dorfbewohner wollen den Selbstmord ganz und gar nicht verstehen. In ihrer Trauer sucht Antonia nach Verstandnis und Mitgefühl für ihn. Antonias Onkel Derick scheint keine reine Weste und viele Familiengeheimnisse zu haben, welche im Laufe der Beerdigung zu Tage kommen.
Antonia leidet sichtlich unter der Last dieser Geheimnisse und dem damit verbundenen Tod des Bruders. Zuflucht findet sie bei Cedrik, ein Konstrukt des gealterten Deriks und ihrem Freund aus Kindertagen Victor.

Die Neue Studiobühne kehrt zurück an den Platz vor dem Museum im Baiersbronner Oberdorf, wo vor 16 Jahren das Baiersbronner Sommertheater seinen Anfang nahm.
Mit ,,Antonia,, führen wir ein speziell für die Studiobühne geschriebenes Theaterstück auf. Neben Hochdeutsch und Mundart, sind auch moderne Poetry Slams enthalten. Zusätzlich lässt das eigene Musikkonzept den Theaterbesuch zu einem besonderen Theatererlebnis werden.

Regie Rob Doornbos / Text Friederike Geiger Wingerter / Assistenz Irina Kühnlein / Schauspiel Gabriele Hartmann, Regine Müller, Regina Braun, Julia Kotsch, Christel Günther, Vanessa Schmidt, Clemens Schmid, Otto Gaiser, Michael Ruf, Carl Seitz, Jan Koelblin, Lena Bässler, Erika Stängle, Gisela Gretenkort, Dagmar Buchter, Bernd-Lothar Wechler / Bühnenentwurf Pamela Schmidt / Ausstattung Marianne Wolf, Ariane Fackel, Erika Stängle, Gisela Janazcek, Johannes Lelek / Komposition Magnus Reichel / E-Piano Joannis Schadeck Gressier / Querflöte Ines Welle, Christopher Castro

Regisseur Rob Doornbos betritt mit der „Antonia“ blankes Neuland und probiert Vieles aus. Das Stück ist zuvor noch nie gespielt worden. Doornbos fordert Darsteller und Publikum heraus, verlangt den Laienschauspielern viel ab, die mit Leidenschaft und Engagement dem Stück farbiges Leben geben: Hier klatschhaftes Dorfgeschehen mit einer entlarvenden Personality-Show – dort grüblerisches, verzweifeltes Fragen und Anklagen. Das will gemeistert sein. Und das wird gemeistert, vielschichtig und individuell in einer insgesamt überzeugenden Ensembleleistung.
— Südwestpresse Neckar Chronik - 25.07.2017
Schwäbischer Dialekt und der Bezug zu Baiersbronn spannten eine Brücke zur heutigen Zeit, besonders bei Dämmerung ließ die Kulisse die passende Atmosphäre aufkommen: Wechselnde Beleuchtungen und Musik untermalten die Szenerie; Beerdigungsszenen und ein spektakulärer Sturz in den Brunnen wurden perfekt integriert.
Die Schauspieler zeigten ihr Können, wobei insbesondere die beiden Hauptdarsteller Julia Kotsch und Carl Seitz durch ausdrucksvolles Spiel überzeugten. Die Monologe der nach Verständnis suchenden Antonia stimmten nachdenklich, ihre Gefühlsausbrüche rüttelten auf. Auch der Rest des Ensembles spielte mit viel Talent.
— Schwarzwälder Bote, 25.07.2017

Jubiläum - Kids bewegt alle!

Seit nun mehr zehn Jahren hat sich das K.i.d.S-Projekt (Künste in der Schule) an der Karlschule etabliert. Unermüdlich schaffen die K.i.d.S-Künstler in ihren drei Disziplinen Trommeln, Theaterspielen und Bildende Kunst eine offene und kommunikative Atmosphäre, die Schüler, LehrerInnen und Eltern positiv beeinflusst.
Wie gut das Projekt bei den Kindern, den Künstlern und in der Schule ankommt, kann am 06.07.2017 hautnah in der Aula der Karlschule miterlebt werden. Traditionell führen verschiedene Klassen an diesem Abend vor, was sie das Schuljahr über gemeinsam erarbeitet haben. Das gemeinsame Spektakel beginnt um 18:30 Uhr und man darf sich auf das bunte Programm freuen.

Regie Rob Doornbos / Assistenz Irina Kühnlein / Text Friederike Geiger Wingerter / Bühnenbild Anne-Bärbel Ottenschläger / Musik Notker Dreher, Klaus Krög, Janosch Ottenschläger

K.i.d.S. ist ein einzigartiges Modellprojekt, das ich in dieser Art an keiner anderen Schule in Baden-Württemberg bislang gesehen habe”, sagt Theaterpädagoge und Regisseur, Rob Doornbos. Auch dieses Jahr führte er wieder die
Ideen der Kinder zusammen und entwickelte spannende Szenen für die Inszenierung. Dieses Jahr agierten die kleinen Künstler auf derselben Ebene wie das Publikum, wodurch die Zuschauer Teil des Geschehens wurden. 120 Kinder der dritten und vierten Klasse lieferten als Theaterspieler, Bühnenbildner und Musiker eine vielseitige Darbietung, die mit entsprechender Beleuchtung mitreißend ausfiel
— Badische Neue Nachrichten - 07.07.2017
Was die Qualität von K.i.d.S an der Karlschule ausmacht, das den regulären Schulunterricht begleitet, das zeigten bei der Feier zum zehnjährigen selbstgefertigte Schülertransparente. K.i.d.S ist schön, super, perfekt, bunt, witzig, kreativ, macht Freude und Spaß. Bei einer zünftigen Feier in der Aula gab es hierzu unter der Überschrift “K.i.d.S bewegt alle” eine überzeugende Inszenierung.
— Badische Tagblatt, 07.07.2017

Ursprung

Wir treffen uns auf einem offenen Platz, irgendwo im Nichts, und erzählen eine Geschichte über Ursprünge. Momente, in denen Material, Ort, Zeit und Geschichten ihren Anfang genommen haben: über den Menschen, der einmal Affe war, oder die Erde, die nicht immer war. Jeden Tag in unserem Leben schaffen wir Ursprün- ge und sind verantwortlich für Nullpunkte, aus denen wieder Neues entsteht. Was machen wir aus diesen Nullpunkten? Stellen wir uns wirklich der damit verbundenen Verantwortung?

„Ursprung“ ist ein Stück Theater, das mit Raum und Zeit spielt. Zwanzig 7. Klässler*innen der Schwarzwaldschule Rheinstetten präsentieren unter der Regie von Rob Doornbos ein dokumentarisches Kollagentheater voller Sprache, Bewegung und Fragen.

Regie Rob Doornbos / Assistenz Irina Kühnlein / Pädagogische Begleitung Frau Mühlich-Jacques / Foto Bernd Hentschel, Dominik Höß

Smog

Das Stück "Smog“ lässt Figuren aufeinandertreffen, die alle viel zu sagen haben, jedoch selten zu Wort kommen. Sie tauschen untereinander Erfahrungen in unterschiedlichen sprachlichen Stilen aus. Es werden alltägliche Situationen - wie sie dir und mir jeden Tag passieren- auf ihre gesellschaftliche Relevanz überprüft. Kollagenartig setzt die Performance die Figuren in einen neutralen Raum, in welchem sie endlich Zeit und ein offenes Ohr für ihre Beobachtungen finden. Das Publikum wird nicht nur durch das Einfühlen und Sehen Teil der Performance, schon bald verschwimmen die klassischen Rollenzuweisungen des Theaters. 

Vom 12. bis 14. Mai 2017 feierte der Bund Deutscher Amateurtheater sein 125-jähriges Jubiläum in Berlin. Wir hatten die Chance im Rahmen dieses Jubiläums, Baden-Würrtemberg zu vertreten. Gemeinsam mit AmateurschauspielerInnen aus allen Ecken von Baden-Württemberg, wurde im Kulturkabinett Bad-Canstatt eine 20-minütige Performance für dieses Jubiläum erstellt. In einer Konzeptionsprobe und zwei Intensivwochenenden wurde die Performance eingeprobt und ausgearbeitet.

Regie Rob Doornbos / Text Friederike Geiger Wingerter / Assistenz Irina Kühnlein / Schauspiel Cora Krukhof, Domenico Quinto, Gabriele Löhnig, Hannah Welzel, Kerstin Burst, Sarah Berner, Ursel Lechner, Vivek Sehra / E-Piano Joannis Schadeck Gressier / Video Felix Grunewald

Himmelsrichtungen

Nie ohne Seife waschen…, dieser Spruch war eine der Ideen, die den Kindern der dritten Klassen in den Sinn kam, als der Theaterpädagoge Herr Rob fragte: „Woran denkt ihr, wenn ihr das Wort „Himmelsrichtungen“ hört?“ Dies war das Thema, dass an zehn Vormittagsterminen von den Schülern auf vielfältige Weise in das Theaterspiel umgesetzt werden sollte.
Unter der Anleitung von Herr Rob wurde kreativ getüftelt, geprobt, verbessert, diskutiert, gelacht; bei der morgendlichen Erwärmung, das Gesicht zu wahrlich bewundernswerten Grimassen verzogen, eben Theater gespielt.
Zum Schluss sahen am 27.03.17, bei einer kleinen Werkschau,  die eingeladenen Eltern, Frau Schäfer, Herr Rob und die Lehrerinnen im Scheinwerferlicht die selbstgeschriebenen Theaterstücke der Kinder.
Viel Aufregung, Begeisterung und tobender Beifall machten den Abend zu einem gelungenen Abschluss eines nicht alltäglichen Unterrichtsprojektes.
Wir lernten uns alle von einer anderen Seite kennen, entdeckten Talente, mussten lernen uns zuzuhören und die Ideen der Partner zu akzeptieren.

Theaterpädagogik Rob Doornbos Foto Bernd Hentschel