Antonia - Vergessen und vergessen werden

Antonias Bruder hat sich das Leben genommen und die Dorfbewohner wollen den Selbstmord ganz und gar nicht verstehen. In ihrer Trauer sucht Antonia nach Verstandnis und Mitgefühl für ihn. Antonias Onkel Derick scheint keine reine Weste und viele Familiengeheimnisse zu haben, welche im Laufe der Beerdigung zu Tage kommen.
Antonia leidet sichtlich unter der Last dieser Geheimnisse und dem damit verbundenen Tod des Bruders. Zuflucht findet sie bei Cedrik, ein Konstrukt des gealterten Deriks und ihrem Freund aus Kindertagen Victor.

Die Neue Studiobühne kehrt zurück an den Platz vor dem Museum im Baiersbronner Oberdorf, wo vor 16 Jahren das Baiersbronner Sommertheater seinen Anfang nahm.
Mit ,,Antonia,, führen wir ein speziell für die Studiobühne geschriebenes Theaterstück auf. Neben Hochdeutsch und Mundart, sind auch moderne Poetry Slams enthalten. Zusätzlich lässt das eigene Musikkonzept den Theaterbesuch zu einem besonderen Theatererlebnis werden.

Regie Rob Doornbos / Text Friederike Geiger Wingerter / Assistenz Irina Kühnlein / Schauspiel Gabriele Hartmann, Regine Müller, Regina Braun, Julia Kotsch, Christel Günther, Vanessa Schmidt, Clemens Schmid, Otto Gaiser, Michael Ruf, Carl Seitz, Jan Koelblin, Lena Bässler, Erika Stängle, Gisela Gretenkort, Dagmar Buchter, Bernd-Lothar Wechler / Bühnenentwurf Pamela Schmidt / Ausstattung Marianne Wolf, Ariane Fackel, Erika Stängle, Gisela Janazcek, Johannes Lelek / Komposition Magnus Reichel / E-Piano Joannis Schadeck Gressier / Querflöte Ines Welle, Christopher Castro

Regisseur Rob Doornbos betritt mit der „Antonia“ blankes Neuland und probiert Vieles aus. Das Stück ist zuvor noch nie gespielt worden. Doornbos fordert Darsteller und Publikum heraus, verlangt den Laienschauspielern viel ab, die mit Leidenschaft und Engagement dem Stück farbiges Leben geben: Hier klatschhaftes Dorfgeschehen mit einer entlarvenden Personality-Show – dort grüblerisches, verzweifeltes Fragen und Anklagen. Das will gemeistert sein. Und das wird gemeistert, vielschichtig und individuell in einer insgesamt überzeugenden Ensembleleistung.
— Südwestpresse Neckar Chronik - 25.07.2017
Schwäbischer Dialekt und der Bezug zu Baiersbronn spannten eine Brücke zur heutigen Zeit, besonders bei Dämmerung ließ die Kulisse die passende Atmosphäre aufkommen: Wechselnde Beleuchtungen und Musik untermalten die Szenerie; Beerdigungsszenen und ein spektakulärer Sturz in den Brunnen wurden perfekt integriert.
Die Schauspieler zeigten ihr Können, wobei insbesondere die beiden Hauptdarsteller Julia Kotsch und Carl Seitz durch ausdrucksvolles Spiel überzeugten. Die Monologe der nach Verständnis suchenden Antonia stimmten nachdenklich, ihre Gefühlsausbrüche rüttelten auf. Auch der Rest des Ensembles spielte mit viel Talent.
— Schwarzwälder Bote, 25.07.2017