Arsen und Spitzenhäubchen

Eine total verrückte Familie: die sieben liebenswürdigen Schwestern Brauer vergiften in schöner Regelmäßigkeit einsame, ältere Herren, die bei ihnen Unterkunft suchen, mit einem Glas Holunderwein und einer Prise Arsen. Ihr Neffe Willie, der sich für den Kaiser Wilhelm hält, begräbt im Keller die von ihrem Leben Erlösten. Alles läuft glatt, bis ihr Neffe Martin dem mörderischen Treiben seiner Tanten auf die Spur kommt. Als aber auch noch Martins Bruder Johan, ein polizeilich gesuchter Serienmörder, auftaucht, eskalieren die Ereignisse. Denn Johan, der nach einer missglückten Operation aussieht wie Frankensteins Monster, und sein Komplize Dr. Einstein entdecken im Keller der Tanten die Gräber ihrer Opfer. Martin entgleitet das Krisenmanagement zusehends, weil Johan auch ihn zur Strecke zu bringen versucht.

Die wahnwitzige Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ schrieb der amerikanische Autor, Regisseur und Schauspieler Joseph Kesselring 1939. Das Stück lief nach seiner Premiere am New Yorker Broadway 1941 für vier Jahre und 1444 Vorstellungen vor ausverkauftem Haus, bevor es die europäischen Bühnen eroberte. 1944 wurde der Klassiker des schwarzen Humors von Frank Capra mit den Hollywood-Stars Cary Grant und Peter Lorre verfilmt.

Regie Rob Doornbos / Text Joseph Kesselring / Assistenz Rebecca Zechiel / Rollencoaching Anke Bußmann / Schauspiel Gabriele Hartmann, Regine Müller, Regina Braun, Julia Kotsch, Christel Günther, Frieda van Loo, Heike Stoll-Dieterle, Chris Günther, Vanessa Schmidt, Sadik Varol, Matthäus Schneider, Clemens Schmid, Otto Gaiser, Michael Ruf, Horst Anders / Bühnenentwurf Pamela Schmidt / Ausstattung Marianne Wolf, Ariane Fackel, Elke Züfle, Erika Stängle, Gisela Janazcek, Margret Anders, Viktoria Wolfram, Walter Finkbeiner, Johannes Lelek, Stefan Braun.

Am Ende des Premierenabends gab es stehenden Applaus. Der neue Regisseur Rob Dornboos und seine Assistentin Rebecca Zechiel hatten die Ensemblemitglieder bestens auf ihre Aufgaben vorberei- tet. Dafür wurde das Stück an die Bedürfnisse der Neuen Studiobühne angepasst und entsprechend abgeändert. Damit traf die Komödie den Geschmack des Publikums. Schon allein die zahlreichen witzi- gen Dialoge und die guten schauspielerischen Einlagen machen es sehenswert.
— Schwarzwälder-Bote 11.07.2016
Liebevoll sind reizende “running gags” und Theatertricks eingebaut: die ewige Verwechslungen an der Haustür, der lebensbedrohende Griff zum Holunderwein, die beobachtende Braut am Fenster, der in ein Lied integrierte Glockenschlag vom Münsterturm und vieles andere mehr.
Das Ensemble spielte mit viel Tempo, voller Lust und Leidenschaft, ist sichtlich mit seiner Aufgabe gewachsen.
— Südwestpresse, 11.07.2016